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Du hast Deinen Unterricht bisher analog gestaltet, bist damit immer sehr gut zurecht gekommen und bist nun mitten in der Herausforderung, aus unzähligen digitalen Möglichkeiten die richtigen für Deinen Unterricht zu wählen?

Wir haben Dir eine Hilfestellung in drei Schritten zusammengestellt, um Licht ins Dunkel zu bringen. Auch wenn die digitalen Medien – wie alles Neue – sehr komplex und damit unübersichtlich erscheinen können, ist der Einstieg in den digitalen Unterricht einfacher als gedacht. Die Kommunikationswege mögen sich zwar ändern, es bleibt aber weiterhin ein Austausch zwischen Schüler:innen und Lehrer:innen.

Skizzenhafte Darstellung, auf der linken Seite ist eine Lehrperson vor Schülern dargestellt, auf der Tafel dahinter steht

Je nach Vorwissen kannst Du in diesem Artikel zu folgenden Abschnitten „springen“:

Grafische Darstellung im Skizzenstil eines Hakens

Schritt 1: Dein Arbeitsplatz

Grafische Darstellung im Skizzenstil eines Hakens

Schritt 2: Deine Aufgaben

Grafische Darstellung im Skizzenstil eines Hakens

Schritt 3: Loslegen!

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Was sonst noch wichtig werden könnte:

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Schritt 1: Dein Arbeitsplatz

Du hast daheim bereits einen Arbeitsplatz? Prima. Lass uns nachdenken, wie Du kleine Optimierungen durchführen können. Du brauchst nicht viel, um in die digitale Welt einzusteigen. Ein Rechner oder Laptop mit Internetanschluss ist ausreichend. Zur Not reichen auch ein Tablet oder ein Smartphone aus.

Hardware: Welche Geräte wirst Du brauchen?

  • Computer/Tablet:
    Hier kannst Du Arbeitsmaterialien zusammenstellen und an die Schüler:innen weiterleiten
  • Internetanschluss:
    Der Zugang stellt sicher, dass Du Arbeitsmaterialien mit Schüler:innen austauschen kannst
  • USB-Stick:
    Ein kleiner Helfer, wenn Du Dateien sichern oder transportieren möchtest
  • Sonstige Helfer:
    Headset und ggf. Kamera sind sehr hilfreich – aber Du kannst problemlos ohne diese Hilfsmittel in den digitalen Austausch starten.
Graphisches Element, dargestellt ist eine Kreide, eine Maus sowie ein Ungleich-Zeichen dazwische

Software: Welche Aufgaben brauchen welche Lösungen?

  • Zugang zu Deinem dienstliche E-Mail-Account:
    Hier schreibst und empfängst Du E-Mails, die mit Deiner dienstlichen Tätigkeit zu tun haben. Verwende eine andere E-Mail-Adresse für Deine privaten Angelegenheiten.
  • Textverarbeitung:
    Word und ähnliche Software kannst Du nutzen, um Arbeitsmaterialien für die Schüler:innen selber zu erstellen und darin auch Grafiken und Fotos nach eigenem Wunsch einzubinden.
  • Präsentation:
    PowerPoint und ähnliche Produkte sind geeignet, um ein Thema möglichst ansprechend für ein Zielpublikum aufzubereiten. Die Bedienung ist in der Regel gar nicht viel komplizierter als ein Textverarbeitungsprogramm.
  • PDF erstellen und lesen:
    Das PDF-Format kann auf allen Geräten nach Installation eines PDF-Readers angezeigt werden. Es dient nicht der Bearbeitung, sondern ist für den Austausch von Arbeitsmaterialien bestens geeignet. Viele Textverarbeitungsprogramme erstellen Ihnen mit der „speichern unter“ Funktion eine PDF-Datei.

Eine Übersicht über die Grundlagenprogramme für Deine digitale Arbeit findest Du hier: Grundlagenprogramme

Für spezifische Aufgaben und Unterrichtsfächer gibt es bereits umfassende Hilfsmittel und Programme. Hier findest Du viele Anregungen: Toolsammlung

Sonstiges: Was bleibt - Worauf Du achten solltest, um (auch) digital gut zu arbeiten

  • Zettel und Stift:
    Liegen für schnelle Notizen bereit. Auch in der digitalen Welt sind die einfachen und bekannten analogen Hilfsmittel sehr nützlich.
  • Ihr persönlicher Arbeitsplatz:
    Richte Dich so ein, dass Du Dich wohlfühlst – auch im Digitalen. Sorge für ein schönes Hintergrundbild, passe die Größe des Mauszeigers an, …
  • ruhig, bequem, ergonomisch:
    Auch beim digitalen Arbeiten helfen diese Attribute.
Grafische Darstellung im Skizzenstil eines Hakens

Schritt 2: Deine Aufgaben

Vereinfache das digitale Unterrichten und vermeide mögliche Stolperfallen.

Technische Voraussetzungen der Schüler:innen klären

  • Haben alle Internetzugang und Know-How zu entsprechenden Geräten?
  • Welche Ausweichmöglichkeiten können gefunden werden (z .B. Verleih von Geräten durch Elternverein möglich)?
Graphisches Element, dargestellt ist eine Kreide, eine Maus sowie ein Ungleich-Zeichen dazwische

Eigene Konzepte anpassen

  • Zeit sparen – Räder nicht neu erfinden:
    Viele Themen und Materialien sind online bereits gut aufbereitet verfügbar, baue auf den Ideen Anderer auf.
  • Kommunikationswege festlegen:
    Wie willst Du mit deinen Schüler:innen kommunizieren? Willst Du Dokumente nur bereitstellen oder direkt mit Deinen Schüler:innen kommunizieren? Suche passende Technik und Werkzeuge aus. Eine Übersicht findest Du hier: Toolsammlung
  • Einbinden:
    Nutze die Möglichkeit, den Unterricht umzudrehen. Schüler:innen lernen mit Ressourcen, gemeinsame Diskussion danach.
  • Eigenverantwortung:
    Ermögliche Selbstlernphasen für die Schüler:innen, ähnlich der Stillarbeit im Unterricht. Lasse die Ergebnisse präsentieren – bei Eltern, Kleingruppen oder bei Dir als Lehrer:in digital.
  • Ergebnissicherung:
    Welche Technik willst Du zur Ergebnissicherung  verwenden. Im Heft? Online? Sollen Fotos gemacht werden, oder evtl Chats oder Präsentationen angefertigt werden?
  • Wertschätzung:
    Wir Menschen wollen wertgeschätzt werden für unsere Arbeit. Dieser Wunsch bleibt auch im digitalen Raum erhalten.

Hinweise für das Erstellen von Aufgaben & Dokumenten

  • Sichtbare Struktur schaffen:
    Halte wichtige Angaben im Dokumentnamen fest: Datum, Klasse, Fach, Ihr Kürzel, Thema: zum Beispiel: 2020-03-20_KL06D_EN_SN_SimplePast.
    Sobald sich die Schüler:innen/Eltern die Dokumente herunterladen, bleibt jede Aufgabe zuordenbar, ohne die Dateien zu öffnen.
  • Eindeutige Zuordnung:
    Die obigen Angaben sollten auch im Dokument sichtbar sein. Damit bleiben auch Ausdrucke eindeutig. Auch Aufgaben sollten eine einheitliche Struktur und einen klaren Namen haben. Das vereinfacht Rückfragen.
  • Einheitliches Layout:
    Wenn möglich gleiches Layout für alle Materialien. Die meisten Programme bieten einfache Möglichkeiten um vorhandene Vorlagen zu verwenden.
  • Speicherplatz beachten:
    Große und hochauflösende Bilder und unnötige Seiten nehmen sehr viel Speicherplatz ein. Gehe sparsam damit um.
  • Dateiformate beachten:
    Wähle ein Dateiformat, das auf allen Geräten verarbeitet werden kann. PDF sollte verwendet werden, da es über einen Reader auf jedem Gerät lesbar ist und nicht verändert werden kann
  • Drucker schonen:
    Die Ressource “Drucker” ist ein knappes Gut in vielen Haushalten. Nutze Farben nur, wenn diese nötig sind. Versuche, wenn möglich auf das Drucken zu verzichten.
Grafische Darstellung im Skizzenstil eines Hakens

Schritt 3: Loslegen!

Du hast nun schon einen gut eingerichteten Arbeitsplatz und alle Materialien vorbereitet. Fehlt nur noch eins: Du musst einfach loslegen. Für den erfolgreichen Start 5 Tipps:

Tipp 1: Übung macht den Meister

Mache Dich mit den Geräten und Programmen vertraut und probiere Dich allein oder im kleinen Kreis mit Deinen Kolleg:innen aus.

Tipp 2: Don`t Panic

Falls Du einmal nicht weiterkommst, bleibe ruhig, wiederhole evtl. Deinen Schritt oder überlege eine andere Art, um an Dein Ziel zu kommen. Suche im Netz nach Lösungen: Im Volksmund heißt es nun zwar “googeln”, aber auch eine Suchmaschine wie Ecosia (pflanzt Bäume) oder Duckduck.go helfen weiter. Meist bist Du nicht allein mit Deiner Frage.

Tipp 3: Helfen Sie sich gegenseitig

Arbeite mit Kolleg:innen im Tandem und probiere Deine ersten Schritte mit Kolleg:innen, statt gleich mit vielen Schüler:innen aus. Gebt Euch gegenseitig Feedback.

Bestimme einen “Digitalen Klassensprecher” und sprich Dich mit diesem ab. Binde Deine Schüler:innen aktiv mit ein.

Tipp 4: Nobody is perfect

Stelle nicht zu hohe Anforderungen an Dich selbst. Du unterrichtest. Du moderierst keine Samstag-Abend-Show. Die moderne Technik ist nicht immer fehlerfrei. Technische Fehler kommen vor und sind normal. Deine Kompetenz ist weiterhin das Vermitteln des Unterrichtsstoffs. Digitale Technik ist nur ein Hilfsmittel.

Tipp 5: Lebenslanges Lernen

Hole Dir Feedback von Deinen Schüler:innen.

Probiere Dich aus, tausche Erfahrungen mit Kolleg:innen aus, erweitere Deine Fähigkeiten. Schau Dir doch mal eine digitale Unterrichtsstunde Deiner Kolleg:innen als stiller Zuhörer an.

Wir wiederholen uns gern: Übung macht den Meister.

Du möchtest unsere digitale Erste Hilfe gern abspeichern, in Deinen Unterlagen abheften oder vielleicht sogar in Deiner Schule aushängen:

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Was sonst noch wichtig werden könnte:

Auch die Arbeit im digitalen Raum bietet Tücken und Gefahren. Hier eine kleine Übersicht was Du beachten solltest.

  • Überblick behalten: Wenn die Schüler Fragen oder Probleme haben, können sie nicht einfach die Hand heben und sich so bemerkbar machen. Bleibe für Deine Schüler über digitale Kommunikationswege zur Arbeitszeit erreichbar und lass Dir Feedback geben, um ggf. Deine Methoden ändern zu können.
  • Virenschutz: Viren können nicht nur uns Menschen infizieren, sondern auch Ihren Computer. Dabei handelt es sich um schädliche Software, die mit Dateien verschickt werden kann. Diese Programme installieren sich automatisch und ohne Ihr Wissen, nachdem Dudie infizierte Datei geöffnet hast. Dadurch können Deine persönlichen Dateien zerstört werden. Oder Fremden Zugriff auf Ihre Dateien gegeben werden. Davor solltest Du dich mit einem Antivirusprogramm schützen, das die Viren erkennt und die infizierten Dateien löscht.
  • Cyberbullying: Im Internet sieht man die Menschen, mit denen man kommuniziert, nicht direkt. Das senkt die Hemmschwelle für Beleidigungen und unpassende Aussagen. Achte deshalb auf einen höflichen Umgang zwischen allen Beteiligten.
  • Falsche Informationen: Jeder, der Zugang zum Internet hat, kann dort Inhalte veröffentlichen, nicht alle jedoch entsprechen der Wahrheit. Falsche Informationen können sich so schnell verbreiten. Sei kritisch und hinterfrage Deine Quellen.
  • Weitergabe von Daten: Sei vorsichtig mit Deinen persönlichen Daten. Leider nehmen nicht alle den Datenschutz so genau. Daten könnten gegen Ihren Willen weitergegeben oder veröffentlicht werden. Davon sind auch Fotos betroffen. Diese können sich durch soziale Medien schnell verbreiten. Was einmal im Internet veröffentlicht und verbreitet wurde, kann kaum wieder gelöscht werden. Überlege also vorher genau, welche Daten und Fotos Du teilen willst.
  • Datenverlust: Bitte bedenke ein regelmäßiges, zusätzliches Sichern Deiner wertvollen Daten auf einem Speicherstick oder einer zusätzlichen externen Festplatte. Falls Du Deine Daten in einer Cloud sichern möchten besprich Dich bitte mit dem Datenschützer Deiner Schule. Vielleicht gibt es bereits eine Lösung an Deiner Schule.

Weitere Informationen und Verhaltenstipps bei problematischen Inhalten bietet Dir klicksafe:

https://www.klicksafe.de/

Angebote der Bundesländer

Viele Bundesländer stellen bereits Ressourcen für den digitalen Unterricht zur Verfügung. Schau doch zum Start bei den Angeboten Deines Bundeslandes vorbei:

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Hier bieten wir einen Überblick über die verschiedensten technischen Geräte.
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