Datenschutz - Ein Einstieg


Bei dem Wort Datenschutz kommen Ihnen wahrscheinlich zunächst lange und komplizierte Regelungen in den Sinn. Was dabei oft in den Hintergrund gerät, ist die Relevanz des Themas, die mit fortschreitender Digitalisierung auch eine zunehmend noch wichtigere Rolle spielt. Und mit ein paar Grundlagen, die wir uns hier gemeinsam anschauen, ist das Thema auch gar nicht mehr so kompliziert, wie es zunächst scheinen mag.

Warum braucht es Datenschutz?

Jede Person ist von einer Reihe von Informationen umgeben, die etwas über einen Menschen verraten und eng mit der Identität der Person verbunden sind. Das sind zunächst ganz offensichtliche Informationen wie der Name, das Alter oder auch das Aussehen. Dazu gehören aber auch ganz private Informationen, wie die politischen Ansichten, Krankheitsgeschichten oder Finanzen.

Ein Schutz dieser Informationen ist im Grundgesetz auf Bundesebene und in den Grundfreiheiten auf europäischer Ebene festgeschrieben. Kern dieser Grundrechte ist vor allem der Schutz der Persönlichkeitsrechte. Eingriffe in den Lebens- und Freiheitsbereich eines jeden sollen so verhindert werden, indem sensible und persönliche Daten vor ungewollten Eingriffen geschützt werden.

Im Detail wird dieser Schutz unter anderem über die entsprechenden Datenschutzregelungen realisiert. Zu diesen gehören die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) und eine Reihe an Landesgesetzen. Für den Schulbereich sind vor allem die DSGVO sowie die Landesgesetze relevant.

Gerade in der Schule hat der Datenschutz eine besondere Wichtigkeit, da es hier vor allem um die Daten von Kindern und Jugendlichen geht. Diese gelten als besonders schützenswert.

Was wird überhaupt geschützt?

Was sind personenbezogene Daten?

“alle Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person […] beziehen”, Art. 4 (1) DSGVO

Verschiedene Arten von Rückmeldungen liefern verschiedene Ergebnisse und sind unterschiedlich zeitaufwendig, soweit entspricht dies noch dem gewohnten Unterricht. Digital sind manche Aufgaben aber deutlich zeitaufwendiger als gewohnt, deswegen möchten wir Ihnen hier einige Ideen vorstellen, wie Sie mit sehr unterschiedlich großem Zeitaufwand nachvollziehen können, was Ihre Schüler:innen schon verstanden haben und wo Nachholbedarf besteht.

Schützenswert im Rahmen des Datenschutzes sind vor allem sogenannte personenbezogenen Daten. Dies sind alle Daten, die eine Person direkt identifizieren oder Rückschlüsse auf eine Person zulassen. Für die Verständlichkeit einige Beispiele:

  • Der Name, das Aussehen, die Anschrift oder die Telefonnummer lassen klar Rückschlüsse auf Personen zu – diese Informationen fallen unter personenbezogene Daten.
  • Eine Schulnote ist eng mit Informationen über den Leistungsstand und Lernfortschritt weist aber auch auf eventuelle Probleme eines Schülers oder einer Schülerin hin.  Die Information ist also auch mit persönlichen Informationen verbunden und damit auch den personenbezogenen Daten zuzuordnen.
  • Eine Kennnummer in einer Schüler:innenkartei ist nur dann sinnvoll, wenn Sie (wenn auch über Umwege) einem/einer Schüler:in wieder eindeutig zugeordnet werden kann. Auch solche sogenannten Pseudonyme sind personenbezogene Daten.
  • Ein letztes Beispiel noch außerhalb des Schulkontextes: Ein Standort kann technisch auch rein anonym – also so erhoben werden, dass eine Person nicht oder nicht mehr identifiziert werden kann – erhoben werden. Kommen allerdings eine Reihe von Standortdaten zusammen, lässt sich ein sogenanntes Bewegungsprofil erstellen. Das Bewegungsprofil lässt allerdings wieder Rückschlüsse auf eine Person zu. Standortdaten werden in der Regel also auch den personenbezogenen Daten zugeordnet.

Worauf ist bei der Datenverarbeitung zu achten?

Die Schule als Institution ist in der Rolle, für den Schutz der Daten zu sorgen. Für die Verarbeitung der Daten gibt es dabei einige Grundlagen, die es zu beachten gilt. Hier ein kleiner Überblick, über die Wichtigsten:

Datensparsamkeit

Die Datenschutzgrundverordnung sieht vor, dass keine Daten erhoben werden dürfen, die nicht zwingend benötigt werden. Grob gesagt gilt hier der Satz: So viel wie nötig und so wenig wie möglich.

Angenommen es wird in Ihrer Schule eine Schul-Cloud eingerichtet, um Dateien abzulegen und für Schüler:innen ortsunabhängig zugänglich zu machen. Hier muss die Schule für einen datensparsamen Identifizierungsprozess sorgen und vorab klären, welche personenbezogenen Daten erhoben werden müssen, um dies zu ermöglichen.

Transparenz

Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Datenverarbeitung ist, dass betroffene Personen klar informiert werden, welche Daten erhoben werden und wofür die Daten verarbeitet werden.

Werden Daten erhoben, so ist es wichtig, die Schüler:innen und Eltern darüber zu informieren.

Rechtsgrundlage

Ohne eine Rechtsgrundlage dürfen Daten nicht erhoben werden. Eine Rechtsgrundlage kann dabei z.B. eine Einwilligung zur Erhebung sein.

Einige Daten sind notwendig, die Durchführung des Unterrichts zu gewährleisten. Diese können ohne Zustimmung erhoben werden und sind über die entsprechenden Vorschriften der Länder geregelt. Werden darüber hinaus Daten erhoben, kann dies mithilfe einer Einwilligung ermöglicht werden.

Zweckbindung

Das Erheben von Daten benötigt immer einen bestimmten Zweck. Die Daten dürfen dann auch nur für den vereinbarten Zweck verwendet werden.

Einige Daten sind notwendig, die Durchführung des Unterrichts zu gewährleisten. Diese können ohne Zustimmung erhoben werden und sind über die entsprechenden Vorschriften der Länder geregelt. Werden darüber hinaus Daten erhoben, kann dies mithilfe einer Einwilligung ermöglicht werden.

Datensicherheit

Alle personenbezogenen Daten müssen so abgelegt werden, dass personenbezogene Daten keinem unbefugten Dritten zugänglich sind.

Wie personenbezogene Schüler:innendaten im Analogen nicht einfach für alle einsehbar sein dürfen und idealerweise abgeschlossen aufbewahrt werden, so sollten Sie auch im Digitalen entsprechend geschützt werden. Der grundlegendste Mindestschutz wäre beispielsweise an dieser Stelle die Daten mit einem sicheren Passwort zu schützen.

Speicherdauer

Daten dürfen nicht unendlich lang gespeichert werden. Wichtig sind vor allem die beiden Fragen, wie lange brauche ich die Daten und gibt es Gesetze oder Vorschriften, die mich verpflichten, die Daten einen bestimmten Zeitraum aufzubewahren.

Für verschiedene Unterlagen sind in verschiedenen Bundesländern unterschiedliche Regelungen festgesetzt. Einen detaillierten Überblick über diese können Sie bei dem Datenschutzbeauftragten Ihrer Einrichtung oder der Schulleitung erfahren.

Datenschutz in der Schule

Nach all der Theorie aber erstmal die gute Nachricht: Sie als Lehrer:in sind nicht allein dafür zuständig, alle Regelungen im Detail zu kennen. Ein kurzer Überblick:

Ihre Rolle als Lehrer:in

Sie als Lehrer:in müssen entsprechend sensibel mit den Schüler:innendaten umgehen und den Anweisung der Schulleitung diesbezüglich folge leisten. Bei Datenschutzfragen können Sie sich an die Datenschutzbeauftragten oder die Schulleitung wenden. Diese sind auch Ihre Ansprechparter:innen, wenn Ihnen Fehler bei der Datenverarbeitung auffallen.

Die Rolle des Datenschutzbeauftragen

Jede öffentliche Schule muss eine(n) Datenschutzbeauftragte:n benennen. Dieser ist für die Beratung und Überwachung in Bezug auf die datenschutzbezogenen Fragen zuständig. Die Person kümmert sich um ein konkretes Konzept der Zuständigkeiten. Sie ist auch zuständig für die Zusammenarbeit mit der Aufsichtsbehörde. In erster Linie kommt ihr allerdings eine eher unterstützende und beratende Funktion zu.

Die Rolle der Schulleitung

Die Schulleitung ist verantwortlich für die Einhaltung des Datenschutzes.


Der Datenschutz ist ein komplexes Thema, schützt aber auch sehr sensible Bereiche der Persönlichkeit – das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Wichtig ist, dass Sie als Lehrer:in sensibel mit den persönlichen Daten Ihrer Schüler:innen umgehen und sich an die Vorgaben Ihrer Schule halten. Zögern Sie aber nicht bei Fragen, Unklarheiten oder Ideen für die Verwendung eines digitalen Tools sich an die dafür zuständigen Datenschutzbeauftragten in Ihrer Schule zu wenden.

Weitere Informationen zum Thema Datenschutz im schulischen Kontext finden Sie unter dem Online-Kurs-Angebot der HPI Schul-Cloud.