Interaktion mit den Lernenden gestalten

Interaktion mit den Lernenden gestalten

Wie aktiviere ich Schüler:innen im Live-Online-Unterricht?

Wir alle haben in den letzten Monaten erfahren wie schwierig es ist, sich beim Online-Unterricht dauerhaft auf den Lerngegenstand zu konzentrieren. Daher ist es im Online-Unterricht essentiell, regelmäßig mit den Schüler:innen in Interaktion zu treten. So wie auch im Präsenzunterricht: Hier werden routiniert Anlässe oder Störungen aufgegriffen ,kleinere Abstimmungen gemacht oder die Schüler:innen beschreiben ihre Erfahrungen oder Assoziationen mit dem Unterrichtsthema. Dies schafft Nähe, Abwechslung und eine persönliche Verbundenheit zum einen mit dem Unterrichtsstoff, aber auch die Lerngruppe untereinander bekommt so ein „Gemeinsamkeits-Gefühl“. Des Weiteren bekommt ihr als Lehrende Feedback zum aktuellen Unterrichtsgeschehen und könnt Schüler:innen, die gedanklich abgelenkt sind, wieder mehr in den Unterricht einbeziehen.

 

Was im Präsenzunterricht selbstverständlich ist, stellt uns alle im Online-Unterricht vor Herausforderungen: Zum einen haben wir die Schüler:innen oftmals nicht im Blick, um spontan den richtigen Zeitpunkt für eine Interaktion zu sehen, zum andere fehlen vielleicht auch die Ideen für kurze virtuelle Aktivitäten.

Daher empfehle ich euch, ein Set an Interaktionsmöglichkeiten und Icebreakern (interaktive, spielerische Methoden) vorzubereiten und virtuell „griffbereit“ zu haben. Auch ist es aus Erfahrung hilfreich, direkt bei der Unterrichtsvorbereitung einen zeitlichen Ablauf festzulegen, der die möglichen Interaktionen direkt mit einbezieht.

Gängige Interaktionen können über den Chat oder über Abfragen gesteuert werden. Weitere kurze Aktivierungsmöglichkeiten geordnet nach den Unterrichtsphasen Einstieg & Aktivierung, Erarbeitung & Präsentation, Sicherung & Festigung sowie Kontrolle & Feedback könnt ihr auch im Methodenkoffer hier auf Edumentoring finden.

Auf den Methodenkarten erhaltet ihr eine Kurzbeschreibung, mögliche Zielsetzung, notwendige Materialien und somit einen Überblick über die Einsatzmöglichkeiten. Ihr erfahrt, für welche Klassenstufen die Methoden geeignet sind, wie ihr diese vorbereitet und umsetzt und wie viel Zeit ihr dafür im Unterricht einplanen solltet. Die PDFs könnt ihr euch dafür einfach herunterladen und habt diese so immer griffbereit. Viele der Methoden lassen sich auch prima im Präsenzunterricht einsetzen.

 

Ein Anwendungsbeispiel vorweg:

Zum Start der Stunde habt Ihr oftmals einige Aufgaben zu erledigen und könnt noch nicht mit der ganzen Klasse kommunizieren. Einzelne Schüler:innen haben vielleicht noch Rückfragen oder persönliche Informationen, ihr checkt die Anwesenheitsliste oder bereitet im virtuellen Raum noch etwas vor. Lasst hier die Schüler:innen schon ein wenig interaktiv werden, in dem ihr ihnen z.B. ein paar Links mit spaßigen Elementen oder auch Inhalten zum Thema zur Verfügung stellt. Schaut dafür mal die Infos auf der Methodenkarte „QR-Codes zum Ankommen“ im Methodenkoffer an.

 

Dabei müssen die Interaktionen nicht immer etwas mit dem Unterrichtsgegenstand direkt zu tun haben. Sie können

  • auf das Unterrichtsthema einstimmen,
  • oder einfach nur den Kopf mal freimachen,
  • körperliche Verspannungen lösen (Bewegungsspiele z.B. “Schnitzeljagd”),
  • die linke und rechte Gehirnhälfte aktivieren,
  • die Gruppenstimmung verbessern, indem gemeinsam gelacht wird,
  • über eine Wettbewerbssituation anspornen,
  • ein Stimmungsbild erzeugen oder Feedback geben.

 

Nach einer Interaktion bestätigen viele Lernende, dass sie wieder aufnahmefähiger sind und sich dabei auch körperlich wohler fühlen.

 

Probiert es mal aus und teilt gerne unter diesem Beitrag eure Erfahrungen. Wir freuen uns auch über Rückmeldung und Wünsche zur Ausgestaltung weiterer Methodenkarten. Ideen haben wir noch einige, teilt uns eure Anwendungsbeispiele mit und wir erstellen dazu gerne weitere Methodenkarten.