Chancen und Probleme - eine Umfrage der Robert Bosch Stiftung

Der Digitalpakt, eine langsame Heranführung an den Einsatz digitaler Medien – und dann kam Corona:

Bereits seit einiger Zeit ist die Digitalisierung der Schulen in aller Munde. Schulen stellten bereits die ersten Konzepte auf, WLAN wurde in Räumlichkeiten eingeführt, erste Medienbeauftragte benannt. Deutschland begann sich langsam auf die Digitalisierung des Bildungswesens vorzubereiten – doch diese Maßnahmen beinhalteten keine Schulschließungen oder reines Online Learning.

Quelle: Deutsches Schulportal


Was sagt Deuts
chland heute? Einige Wochen nach den Schulschließungen und in der ersten Woche der Rückkehr der Abschlussklassen?

Die Robert Bosch Stiftung gab eine Studie in Auftrag, in der  vom 2. April bis zum 8. April 1.031 an allgemeinbildenden Schulen unterrichtende Lehrer:innen zur aktuellen Situation befragt wurden. Das deutsche Schulportal hat die Studie grafisch aufgearbeitet und auf ihrer Homepage veröffentlicht.

Das Team von edumentoring.de hat sich die Ergebnisse etwas genauer angeschaut, um unsere Webseite weiter zu optimieren.

In Zeiten der Digitalisierung mag das Ergebnis auf den ersten Blick vielleicht ein wenig schockieren, doch tatsächlich geben 34% der Befragten an, dass weniger als ein Viertel aller Lehrer vor der Corona-Krise regelmäßig mit digitalen Medien gearbeitet hatten. Doch diese Zahl zeigt deutlich, wo wir ansetzen müssen:

Die Kompetenzerweiterung der Lehrenden im Einsatz von digitalen Medien. Das sehen auch über zwei Drittel aller Befragten so. Hierfür müssen zunächst die Grundlagen geschaffen werden. Lehrer:innen müssen sich erst technische Fähigkeiten aneignen, bevor sie mit dem digitalen Unterricht starten können. Die anfänglich vorhandene Unsicherheit hemmt die Kreativität in der Umsetzung. Nur wer sich technisch fit fühlt, hat die nötige Motivation und kann seinen digitalen Unterricht mit gutem Wissen und Gewissen halten.

Quelle: Deutsches Schulportal

Deutlich wird in der Studie außerdem, dass der Mehrwert von Lernplattformen noch nicht überall bekannt ist. 79% der Lehrer:innen nutzen aktuell ihr Standard-Mail- Programm zur Kommunikation mit Schüler:innen. Auch bei der Übermittlung von Unterrichtsmaterial greifen noch nicht alle Lehrer:innen auf diese Tools zurück. Lediglich 41% nutzen bereits Lernplattformen (wie z.B. Moodle, iServ, Ilias) um ihr Material zu teilen. Wir sind der festen Überzeugung, dass Lernplattformen den Arbeitsalltag im digitalen Unterricht wesentlich erleichtern und möchten aus diesem Grund hier ansetzen und Lehrer:innen schrittweise in die Thematik einführen.

Quelle: Deutsches Schulportal

Für 21% der Lehrer:innen stellt in der aktuellen Situation auch das Erstellen von geeigneten Unterrichtsmaterialien eine Herausforderung dar. Das Ergebnis zeigt sich in der Form der verwendeten Materialien: 84% nutzen Arbeitsblätter für ihre Schüler:innen. Immerhin 39% arbeiten bereits mit Erklärvideos. Unsere Erfahrung zeigt, welche erstaunliche Wirkung das visuelle Lernen erbringen kann und wir möchten weiterhin Lehrer:innen unterstützen selbst aktiv zu werden und Lernvideos zu produzieren.

Dass jedoch nicht alles schlecht ist an der aktuellen Situation, zeigt der Abschluss der Studie, in dem Lehrer:innen befragt werden, welche Auswirkungen die Corona-Krise auf die Zukunft der Lehre haben wird. Über zwei Drittel geben an, ihre Schüler:innen ab sofort mehr darauf vorzubereiten, Verantwortung für ihre Lernprozesse zu übernehmen. Ebenso sind sie der Überzeugung, dass diese Krise einen enormen Anstoß im Bereich der digitalen Bildung bewirkt hat, den es andernfalls in dieser Form nicht gegeben hätte. Knapp die Hälfte der Befragten möchte digitale Medien auch in Zukunft im Unterricht nutzen.

Auch Lehrende sehen die Corona-Krise trotz aller Schwierigkeiten als Chance – und wir tun das auch. Aus diesem Grund werden wir weiter arbeiten, um so vielen Lehrer:innen wie möglich durch unsere Formate Unterstützung zu bieten.

Link zur Lehrer-Umfrage des Deutschen Schulportals